Glaube und Taufe

Wenn du an den Herrn Jesus glaubst, dann ist es sehr wichtig, dass du auch getauft wirst. Warum ist die Taufe so wichtig, und welche Bedeutung hat sie? Viele halten die Taufe lediglich für eine Formalität bzw. ein Ritual. So oberflächlich dürfen wir sie jedoch nicht betrachten, sondern müssen die Wirklichkeit der Taufe ergründen. Die Bibel offenbart drei wunderbare Bilder, um uns auf lebendige Weise die Taufe vor Augen zu führen: den Durchzug der Kinder Israel durch das Rote Meer, ihre Überquerung des Jordanflusses, um ins gute Land zu gelangen, und Noahs Errettung aus der Sintflut in der Arche. Jedes dieser historischen Ereignisse aus der Schrift ist ein Sinnbild auf die Wirklichkeit der Taufe heute.

1. Der Durchzug durch das Rote Meer (2. Mose 14)

Nachdem die Israeliten viele Jahre lang Sklaven in Ägypten gewesen waren, erwies Gott dem Pharao gegenüber seine Macht und schickte ihm zehn Plagen. Daraufhin liess der Pharao die Kinder Israel schliesslich aus Ägypten ausziehen. Bei ihrer Wanderung durch die Wüste ging der Herr in einer Wolkensäule vor ihnen her, um ihnen den Weg zu weisen. Als Ägypten hinter ihnen lag, änderte der Pharao seinen Sinn und jagte ihnen mit seinem Heer nach. Die Israeliten hatten grosse Angst: vor ihnen das Rote Meer, hinter ihnen der Pharao und sein Heer! Da befahl Gott dem Mose, seinen Stab zu erheben und seine Hand zum Meer hin auszustrecken, um es zu teilen; und Gott teilte die Wasser des Roten Meeres und liess sein Volk auf trockenem Land hindurchziehen. Aber das Heer des Pharao folgte mit geringem Abstand. Sobald jedoch der letzte Israelit das Rote Meer durchquert hatte, kamen die Wasser zurück und verschlangen das ganze Heer des Pharao.

Paulus spricht in 1. Korinther 10, 1-2 über die Taufe und bezieht sich dabei auf diesen Durchzug durch das Rote Meer: „Denn ich will euch, Brüder, nicht in Unwissenheit darüber lassen, dass unsere Väter alle unter der Wolke gewesen und alle durchs Meer gegangen sind, und alle sind auf Mose getauft in der Wolke und im Meer.“ Diese Verse zeigen uns drei Aspekte der Taufe: unter der Wolke, durch das Meer und auf Mose (wörtlich: in Mose hinein) getauft. Die Wolke gehört zum Himmel, das Meer gehört zur Erde. Äusserlich betrachtet werden wir bei der Taufe im Wasser sozusagen im Roten Meer untergetaucht. Dies ist das sichtbare Zeugnis der Taufe, welches bezeugt, dass du jetzt Gott gehörst. Darüber hinaus gibt es aber noch weitaus mehr als nur die Taufhandlung in das Wasser hinein – nämlich die Wirklichkeit der Taufe, angedeutet durch die Wolke.

Mit Wasser und mit dem Heiligen Geist Getauft

In der Bibel ist die Wolke ein Hinweis auf den Heiligen Geist. Die Wirklichkeit der Taufe hat ihren Ursprung im Heiligen Geist. Gleichwie die Luft, so kann man auch den Heiligen Geist nicht sehen. Daher gebraucht die Bibel das sichtbare Wasser als ein Symbol für den unsichtbaren Heiligen Geist. Das Wasser ist ein sichtbares Zeugnis, der Geist ist die unsichtbare Wirklichkeit. Ohne den Heiligen Geist ist die Wassertaufe sinn- und bedeutungslos. Wie wir jedoch an den genannten Versen sehen, wurden wir nicht nur dadurch getauft, dass wir „durch das Meer“ gingen, sondern auch dadurch, dass wir „unter der Wolke“ waren, das heisst im Wasser und mit dem Heiligen Geist. Johannes der Täufer bezeugte in Markus 1, 8: „Ich habe euch in Wasser getauft, er aber wird euch im Heiligen Geist taufen.“

1. Korinther 12, 13 bestätigt dies: „Denn wir sind in einem Geist alle in einen Leib hineingetauft worden, wir seien Juden oder Griechen, wir seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden.“ Es ist wichtig, dass jeder, der getauft wird, glaubt, dass er in jenem Augenblick nicht nur mit Wasser, sondern vielmehr mit dem Heiligen Geist getauft wird. Ebenso wie die Kinder Israel durch das Rote Meer gingen und unter der Wolke waren, so müssen auch wir nicht nur im Wasser, sondern in die himmlische Realität des Heiligen Geistes hineingetauft werden. Hierfür brauchen wir den lebendigen Glauben.

In Christus hineingetauft

Wer an Christus Jesus gläubig wird, nimmt Christus in sein Leben auf, aber er muss auch in Christus hineingetauft werden. Daher steht im griechischen Urtext das Wort „hineinglauben“, um unseren Glauben zu beschreiben. Die deutsche Sprache kennt diese Formulierung nicht. Im Deutschen kann man nur sagen: „an Jesus Christus glauben“, niemals „in Jesus Christus hineinglauben“. Dasselbe gilt für Galater 3, 27: „Denn ihr alle, die ihr in Christus Jesus hineingetauft worden seid, habt Christus angezogen“ und Römer 6, 3: „Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir in Christus Jesus hineingetauft wurden, in seinen Tod hineingetauft sind?“ Das Ziel des lebendigen christlichen Glaubens besteht also darin, die Gläubigen in Christus hineinzubringen. Wenn jeder, der gläubig geworden ist, dieses Ziel klar erkennt, wird er auch ganz selbstverständlich den Wunsch haben, getauft zu werden.

Daher werden wir auch mit Christus eins gemacht, wenn wir in Jesus Christus hineinglauben und in ihn hineingetauft werden. Andere Übersetzungen benutzen dafür Wörter wie „eingepfropft“, „verbunden“, „zusammengewachsen“ (Römer 6, 5). Wir kommen hinein in eine wunderbare Verbindung mit ihm! Durch diese Verbindung haben wir teil an allen Reichtümern Christi und an allem, was er durchlebt hat: an seiner vollkommenen Menschlichkeit, seiner Göttlichkeit, seinem Tod und seiner Auferstehung, seiner Auffahrt, seiner Autorität und all seinem Werk. Paulus sagt in Epheser 2, 5-6: Gott hat uns „mit Christus zusammen lebendig gemacht – durch Gnade seid ihr gerettet – und zusammen auferweckt und zusammen in den Himmeln niedergesetzt in Christus Jesus.“ Überlegt einmal: Wo sind wir heute? Bin ich in Zürich, oder bin ich in den Himmeln? Beides trifft zu. Ich bin hier, aber der Herr Jesus ist in den Himmeln niedergesetzt, und ich bin mit Christus in den Himmeln niedergesetzt. Wie kann das sein? Es ist nur möglich, wenn ich durch den Heiligen Geist mit Christus eins gemacht bin. Wie könnten wir auch mit ihm zusammen gestorben, auferstanden und aufgefahren sein, wenn wir nicht mit ihm eins gemacht sind? Es gibt keinen anderen Weg. Die Verse in Römer 6, 3-5 zeigen uns, dass die Verbindung mit Christus durch die Taufe geschieht. Das ist unsere Rettung. Wir sehen also, wie wichtig es ist, getauft zu werden. Daher sagt der Herr in Markus 16:16: „Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden.“

Die Mächte Satans und der Finsternis werden zunichte gemacht

Wie wir schon gesehen haben, wurden die Israeliten nach ihrem Auszug aus Ägypten von Pharao und seinem Heer verfolgt. Als sich das Rote Meer teilte und die Israeliten hindurchzogen, jagte ihnen Pharao mit seinem Heer immer noch nach. Sobald jedoch die Kinder Israel das andere Ufer erreicht hatten, strömte das Wasser zurück und ertränkte das ganze Heer Pharaos. Als die Israeliten die grossen Taten Gottes sahen, wie er ihren Feind vernichtete, sangen sie auf der anderen Seite des Roten Meeres ihrem Herrn voller Freude Loblieder. Wie wunderbar endete doch ihr Zug durchs Rote Meer! Dies ist ein Bild für unsere Erfahrung der Taufe. Wenn du getauft wirst, werden die Mächte Satans und der Finsternis ebenso vernichtet wie damals Pharao und sein Heer. Sie können dich nicht länger verfolgen. Wenn du getauft wirst, kommst du nicht nur in Christus hinein und wirst mit ihm eins gemacht, sondern du wirst gleichzeitig erfahren, dass Gott durch den Tod Jesu Christi am Kreuz den Satan zusammen mit der Macht der Finsternis und des Todes schon für dich gerichtet und vernichtet hat. In Hebräer 2, 14 lesen wir: „Weil nun die Kinder Blut und Fleisch haben, ist auch er in gleicher Art dessen teilhaftig geworden, damit er durch seinen Tod den zunichte machte, der die Macht des Todes hat, das ist den Teufel.“ Lob sei unserem Herrn!

Jeder Getaufte muss das persönlich erfahren. Immer wenn Satan dich angreifen will, musst du die Wirklichkeit der Taufe in deinem Geist berühren und dem Teufel und der Macht der Finsternis mit Kühnheit verkünden: „Du bist schon durch Christi Tod am Kreuz gerichtet und zunichte gemacht; und ich bin jetzt mit Christus eins gemacht. Von jetzt an hast du nichts mehr bei mir zu suchen!“ Die Mächte der Finsternis werden vor dir fliehen, wenn du dies verkündest. In Christus sind wir weit mehr als Überwinder! Du musst lernen, dich auf diese Wirklichkeit der Taufe zu stellen, dann sind Satan und seine Mächte machtlos. Paulus schreibt in Kolosser 1, 13: „Der uns errettet hat aus der Gewalt der Finsternis und versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe.“ Wie wunderbar ist doch die Taufe!

2. Die Überquerung des Jordan (Josua 3 und 4)

Nun lasst uns das nächste Beispiel für die Taufe betrachten – die Überquerung des Jordan. Die Israeliten hatten bereits ein Gewässer, das Rote Meer, durchquert, in welchem Gott den Pharao und sein Heer vernichtete, und dies zeigt Gottes Gericht über Satan und die ganze Macht der Finsternis bei unserer Taufe. Warum mussten sie dann noch ein zweites Wasser – den Jordan – durchqueren? Welche Bedeutung hat das? Die Israeliten waren zwar tatsächlich schon aus Ägypten herausgekommen, aber die Sitten und Gebräuche Ägyptens sowie auch der Geschmack an ägyptischen Speisen waren ihnen sozusagen in Fleisch und Blut übergegangen. Aus diesem Grund murrten sie während ihrer Reise durch die Wüste immer wieder gegen Mose, gaben sich ihren fleischlichen Lüsten hin, beteten die Götzen Ägyptens an und rebellierten gegen Gott. Sogar weigerten sie sich, in das gute Land hineinzugehen. Dies alles führte dazu, dass sie vierzig Jahre lang in der Wüste umherwanderten. Ihr Zustand gleicht dem vieler Gläubigen. Obwohl wir – so zeigt es uns die Bibel – gläubig geworden und nun gerettet sind, befinden wir uns immer noch in unserem Fleisch, unserem gefallenen natürlichen Sein und in unserem Selbst. Wir versagen ständig und sind rebellisch. Aber das Werk Gottes ist sehr gründlich, wie uns dieses zweite Bild der Taufe zeigt: das Überqueren des Jordan. Anhand dieses Bildes erkennen wir, wie die Taufe auch mit unserem Selbst, unserem Fleisch und unserer gefallenen Natur fertig wird.

Die alte rebellische Generation, die aus Ägypten herausgekommen war, starb in der Wüste, die neue Generation jedoch überquerte den Jordan, um in das gute Land hineinzukommen, denn diesen Weg hatte Gott für sie bestimmt. Als die Priester, die die Bundeslade trugen, in den Jordan hineingingen, blieb das Wasser, das stromabwärts floss, stehen, so dass die Priester mitten im Jordan im Trockenen standen, bis das ganze Volk über den Jordan gelangt war. Gott gebot Josua, aus jedem der zwölf Stämme einen Mann zu beauftragen, je einen Stein aus der Mitte des Jordan zu nehmen und ihn mit hinüberzutragen, dorthin, wo sie lagern sollten. Dann richtete Josua in der Mitte des Jordan, wo die Priester standen, die die Bundeslade trugen, zwölf Steine auf. Nachdem auch die Priester mit der Bundeslade den Jordan überquert hatten, kam das Wasser und begrub die zwölf Steine, die Josua im Jordan aufgerichtet hatte. Dieser Abschnitt der Bibel ist sehr bedeutungsvoll.

Ich bin mit Christus gekreuzigt

Die Steine, die Josua mitten im Jordan aufrichtete, repräsentieren unser Selbst, unser Fleisch und unsere ganze gefallene alte Schöpfung. All das wurde im Jordan begraben! In Römer 6, 6 lesen wir, dass unser „alter Mensch samt ihm gekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde unwirksam würde, so dass wir der Sünde nicht mehr als Sklaven dienen“. Wenn wir also im Wasser der Taufe untertauchen, wird dort unser altes Selbst begraben; und wenn wir aus dem Wasser steigen, kommen wir als ein neuer Mensch heraus – angedeutet durch die zwölf Steine aus dem Jordan, die die Israeliten ans andere Ufer mitnahmen. Paulus schreibt in Römer 6, 4: „Wir sind also mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus aus den Toten auferweckt wurde durch die Herrlichkeit des Vaters, ebenso auch wir in der Neuheit des Lebens wandeln sollen.“ Lob unserem Herrn für die Neuheit des Lebens! „Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir“ (Galater 2, 20).

Wenn nun Satan kommt, um dich zu versuchen oder dich zu verdammen, weil du versagt hast, oder wenn du dich schwach fühlst, musst du dem Satan, deinem Selbst und dem Herrn gegenüber verkünden: „Mein alter Mensch ist mit Christus gekreuzigt. Ich bin getauft! Christus lebt jetzt in mir!“ In Galater 5, 24 heisst es: „Die aber Christi Jesu sind, haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden.“ Halleluja! Denkt bitte daran, dass die Wirklichkeit dieser Tatsachen im Geist ist! Die Israeliten gingen zweimal durchs Wasser hindurch – durchs Rote Meer und durch den Jordan. Aus diesem Grund werden sie auch Hebräer genannt, was so viel wie „Flussüberquerer“ bedeutet. Wir, die wir in Christus Jesus hineingetauft wurden, sind „aus dem Tod in das Leben hinübergegangen“ (Johannes 5, 24; 1. Johannes 3, 14), haben uns „von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt Satans zu Gott bekehrt“ (Apostelgeschichte 26, 18). Unser alter Mensch und die alte Schöpfung wurden mit ihm begraben, und „siehe, es ist neu geworden“ (2. Korinther 5, 17). Daher haben auch wir – durch eine Taufe – zwei Gewässer durchschritten! Gott hat Satan und die Welt gerichtet, und er hat unser altes Selbst und unser Fleisch erledigt! Deshalb ist die Taufe so real und so wichtig.

3. Noahs Errettung aus der Flut durch die Arche

In den Tagen Noahs sah Gott die Bosheit, Verdorbenheit und Gewalttätigkeit der Menschen auf Erden. Daher beschloss er, alles Böse auf Erden durch eine grosse Flut zu richten und zu vernichten. „Aber Noah fand Gnade vor dem Herrn“ (1. Mose 6, 8). Er gebot Noah, eine Arche genau nach seinen Anweisungen zu bauen. Noah und seine Familie waren die Einzigen, die in die Arche gingen und von dem Gericht Gottes gerettet wurden.

In den einen Leib Christi, die Gemeinde, hineingetauft

Im Neuen Testament wird in 1. Petrus 3, 20- 21 die Taufe mit Noahs Rettung in der Arche verglichen: „Die einst nicht gehorchten, als die Langmut Gottes in den Tagen Noahs wartete, solange die Arche gebaut wurde, in der wenige, das ist acht Seelen, sicher durch Wasser hindurchgebracht wurden. Das Gegenbild davon, die Taufe, rettet jetzt auch euch – nicht ein Ablegen der Unreinheit des Fleisches, sondern die Bitte an Gott, uns ein gutes Gewissen zu geben – durch die Auferstehung Jesu Christi.“ Alle, die in Christus hineingetauft wurden, sind wie Noah, der in die Arche hineinging. Einerseits ist die Arche ein Bild auf den Herrn Jesus Christus, andererseits ist sie auch ein Bild auf den Leib Christi (1. Korinther 12, 13), welcher die Gemeinde ist.

Befreit vom Fluch und vom Gericht Gottes

Wenn der Herr Jesus wiederkommt, wird Gott wie in den Tagen Noahs die Erde richten. Bevor er kommt, wird es eine Zeit grosser Trübsal geben, dreieinhalb Jahre lang, in welcher Gott die Welt richten wird. Wie in den Tagen Noahs besteht auch unsere Rettung heute darin, dass wir in die Arche hineingehen, hinein in Christus und die Gemeinde. Dies geschieht durch die Wirklichkeit (nicht durch das Ritual) der Taufe. Wir, die wir glauben und getauft sind, werden bewahrt werden vor dem Gericht Gottes über die Welt. Der zitierte Vers sagt, dass die Taufe nicht die Unreinheit unseres Fleisches beseitigen kann. Nur das kostbare Blut Jesu wäscht uns rein von aller Befleckung. Aber wenn wir im Wasser der Taufe untergetaucht werden, kommen wir in Christus hinein. Mit dieser Wirklichkeit des Durchquerens des Roten Meeres und des Jordan gibt es nun keine Verdammnis für uns, die wir in Christus Jesus sind (Römer 8, 1). Wir sind durch die Taufe mit Christus in seiner Auferstehung eins gemacht und sind durch den einen Geist in seinen Leib hineingetauft worden. Daher sind wir vor Gott unserem Vater völlig gerecht gemacht. Wenn wir getauft sind müssen wir unsere Glauben üben. Wir sind in die Arche hineingekommen, in Christus und die Gemeinde und können nun kühn verkünden, dass wir mit Gott versöhnt sind und nicht mehr mit der Welt gerichtet werden.

Zögere nicht – lass dich jetzt taufen!

Nachdem wir nun das Rote Meer, den Jordan und die Arche als deutliche und starke Beispiele für die Taufe vor Augen haben, werden wir auch erkennen, warum wir getauft werden müssen. Durch die Taufe kommen wir in eine wunderbare Verbindung mit Christus. Johannes 14, 20 ist ein kostbares Wort: „An jenem Tage werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch.“ Solch eine Einheit ist sehr geheimnisvoll und doch wunderbar. Es sollte uns nun völlig klar sein: Wenn wir Christus durch den Glauben in unseren Geist und unser Herz aufnehmen, so muss auch die Taufe folgen, damit wir durch denselben Glauben in Christus hineinkommen. Die Taufe ist also eine Notwendigkeit!

Viele denken, der Glaube an Jesus reiche aus, die Taufe sei nicht so wichtig; sie betrachten sie als reine Formalität. Immer wieder hört man: „Da ist jemand an Christus gläubig geworden. Lobt den Herrn dafür – aber mit der Taufe kann man noch warten.“ Es scheint, als ob es mühsamer sei getauft zu werden als zu glauben. Um zu glauben braucht man nur wenige Sekunden, für die Taufe jedoch muss man sich umziehen und noch das Wasser bereiten (ganz zu schweigen von all den traditionellen Tauf-Riten, die Menschen sich ausgedacht haben). Immer wieder hört man: „Das ist jetzt zu umständlich“ – und es vergehen Jahre, und derjenige ist immer noch nicht getauft. Das ist ein grosser Verlust für ihn. Wir alle müssen sehen, wie wichtig die Taufe ist und dass sie daher nicht aufgeschoben werden darf.

Das Beispiel von der Bekehrung des Paulus

Als Saulus von Tarsus auf dem Weg nach Damaskus war, um die Christen zu verfolgen, erschien ihm der Herr Jesus in einem grossen, hellen Licht. Er wurde blind, und man führte ihn nach Damaskus, wo er drei Tage lang fastete und betete (Apostelgeschichte 9, 3-18; 22, 5-11). Da sandte der Herr einen frommen Mann namens Ananias zu ihm, damit er ihm die Hände auflegte und er wieder sehend würde. Kaum hatte er sein Augenlicht wiedergewonnen, sagte Ananias zu ihm: „Und nun, was zögerst du? Steh auf, lass dich taufen und wasche deine Sünden ab, indem du seinen Namen anrufst“ (Apostelgeschichte 22, 16).

Das Beispiel des Kerkermeisters

Auch Apostelgeschichte 16, 25-33 zeigt klar und deutlich, dass Glaube und Taufe zusammengehören. „Um die Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und sangen Gott Loblieder; und die Gefangenen hörten ihnen zu. Da geschah plötzlich ein grosses Erdbeben, so dass die Grundmauern des Gefängnisses erschüttert wurden; und auf der Stelle wurden alle Türen geöffnet und die Fesseln aller gelöst. Als nun der Kerkermeister aus dem Schlaf erwachte und die Türen des Gefängnisses geöffnet sah, zog er das Schwert und wollte sich selbst töten, denn er meinte, die Gefangenen seien entflohen. Paulus aber rief mit lauter Stimme und sprach: Tu dir kein Leid an, denn wir sind alle hier! Er aber forderte Licht, sprang hinein und fiel zitternd vor Paulus und Silas nieder. Und er führte sie heraus und sagte: Ihr Herren, was muss ich tun, dass ich gerettet werde? Sie sprachen: Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus gerettet. Und sie redeten das Wort Gottes zu ihm samt allen, die in seinem Hause waren. Und er nahm sie in derselben Stunde der Nacht zu sich und wusch ihnen die Striemen aus. Und er liess sich ohne Aufschub taufen, er und alle die Seinen.“ Sie warteten nicht einmal bis zum Morgen. Glauben und getauft werden gehören zusammen wie zwei Schuhe, die ein Paar ergeben – man braucht beide, um beim Gehen nicht das Gleichgewicht zu verlieren.

Das Beispiel des Eunuchen

Manch einem ist es unangenehm, von zu vielen Menschen beobachtet zu werden. Schiebe deine Taufe nicht aus solch einem Grund auf. Aus biblischer Sicht braucht es bei der Taufe keine jubelnde Menge. Die einzigen Menschen, die anwesend sein müssen, sind derjenige, der getauft wird, und derjenige, der die Taufe vollzieht; wie zum Beispiel in Apostelgeschichte 8, 26-40. Dort sehen wir, wie Philippus, ein Evangelist, einem Eunuchen, der in einem Wagen durch die Wüste unterwegs war, das Evangelium predigte. Ausser dem Wagenführer waren sie die Einzigen dort im Wagen. In Vers 36 heisst es: „Und als sie die Strasse weiterzogen, kamen sie an ein Wasser, und der Eunuch sagte: Sieh, da ist Wasser; was hindert es, dass ich mich taufen lasse?“ Der Eunuch fragte nicht, ob er glauben, sondern ob er getauft werden könne. Philippus antwortete: „Wenn du von ganzem Herzen glaubst, mag es geschehen … Und er hiess den Wagen halten, und sie stiegen beide hinab in das Wasser, Philippus und der Eunuch, und er taufte ihn.“ Hier sehen wir ganz deutlich, dass die Taufe unmittelbar auf den Glauben an Jesus Christus folgt und dass es nicht erforderlich ist, in Anwesenheit vieler Menschen getauft zu werden. Die Hauptsache ist, dass du in die Wirklichkeit der Taufe hineinkommst. Zögere nicht! Wenn du getauft bist, wirst du voller Freude sein: „Und er reiste seines Weges fröhlich.“  J.S.